"Wofür lohnt es sich zu leben?" Ein Radiointerview zum Thema "Lebenssinn" mit unerwartetem Ausgang!

Vor einigen Monaten beschäftigte sich ein Radiosender tatsächlich mit dieser Frage:

"Wofür lohnt es sich zu leben, was ist Ihr Lebenssinn?"

 

Überrascht höre ich aus dem Autoradio die Frage des Radiomoderators, der Zuhörer ermutigt, sich zu diesem Thema zu melden.

Wow, denke ich, ein Thema mit Tiefgang! Und ich warte gespannt auf den ersten Anrufer.

Eine Frau meldet sich. Ihre Stimme klingt reserviert, fast schon arrogant. Ihr lohnenswerter Lebensinhalt sei die Kunst...Bilder prominenter Maler, Ausstellungen, Galeriebesuche!

Sie schwelgt nur so in der Begeisterung zur Malkunst. Und sie erzählt voller Stolz, dass auch ihr Sohn in der Kunst seinen Lebenssinn gefunden hat.

Dann fährt sie fort...Es wäre für sie vollkommen in Ordnung, wenn ihr Sohn nach dem Besuch einer Kunstausstellung tot zusammenbrechen würde.

Mir verschlägt es fast den Atem.

Sie plaudert munter weiter.

Dann hätte ihr Sohn vor seinem Tod noch eine wunderschöne Kunstausstellung genießen können,

denn Kunst wäre ja nun mal sein Leben!

"Puh..." denke ich und der Radiomoderator anscheinend auch, denn er beendet das Gespräch ganz schnell.

Der nächste Anrufer ist ein Mann. Aufgebracht, fast schon aggressiv erklärt er:

"Ich lebe für den Tierschutz!" Und ohne dass der Radiomoderator ihn etwas fragen kann, fährt er wütend fort...Wenn er einem Stierkampf beiwohnen müsste, würde er den Stierkämpfer eigenhändig angreifen.

Der Anrufer macht aus seinem unbändigen Hass keinen Hehl.

Aber es wird noch schlimmer, denn der Anrufer erklärt, dass er dem Stierkämpfer gegenüber zu allem bereit wäre.

Der Moderator beginnt diesen Mann zu unterbrechen.

Der Hass des Anrufers und der Aufruf zu Gewalt ist nicht zu ertragen.

Aber der Mann lässt sich nicht bremsen und äußert, dass er für den Tierschutz alles tun würde! Und es wäre ihm auch egal, wenn er dies oder andere mit dem Leben bezahlen würden...

Dem Moderator werden die wütenden Hassaussagen des Mannes zuviel und er beendet dieses Gespräch sofort.

Während jetzt die Musik zu spielen beginnt, bleibe ich sprachlos zurück.

Kunst ist etwas wunderschönes und Tierschutz etwas sehr wichtiges, aber was, wenn aus Lebenszielen blanker Hass und Ignoranz wird?

Lebenssinn...

Zwei Bibelstellen zum Thema "Leben" kommen mir in den Sinn.

"Ich bin gekommen, um ihnen das Leben in ganzer Fülle zu schenken!"

Matthäus 10,10

Das sagt Jesus selbst! Ein Leben in Fülle, wer wünscht sich das nicht? Aber Jesus bietet keinen materiellen Überfluss. Nein, er bietet die überfließende Fülle an, das geballte Leben pur!!

Die zweite Bibelstelle beschäftigt sich mit dem Leben über das Dasein auf der Erde hinaus:

"Und ich gebe ihnen das ewige Leben und sie werden nimmermehr umkommen und niemand wird sie aus meiner Hand reißen."

Johannes 10, 28

Ein Leben in Fülle und ein Leben, das über den Tod hinausgeht...

...ein überaus sinnvoller Lebenssinn, für den es sich zu Leben lohnt! DAS PRALLE LEBEN PUR!

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Kommentare: 1
  • #1

    Doris (Sonntag, 24 November 2019 20:30)

    Meines Erachtens sind Kunst oder Tierschutz "Ersatzreligionen" wie auch manchmal der Sport. Die christliche Religion wird mit Verzicht gleich gestellt und vielleicht verlangt christlicher Glaube das tatsächlich ein Stück weit.

    Aber was ist "Leben in Fülle" - "pralles Leben"? Dass ich mich sozusagen zu Tode amüsiere, von einem Event zum anderen rennen muss, damit ich ja nichts verpasse, keine Minute des Urlaubs ungenutzt verstreichen lassen kann?

    Oder erleben wir "Leben in Fülle", wenn wir unser Leben der Lenkung eines liebenden Gottes überlassen, der unserem Leben immer wieder eine überraschende Wendung schenkt? Wenn wir unser Leben auch für andere einsetzen oder gar hingeben?

    Ich stelle die Frage: Wer hatte ein Leben in Fülle? Ein Michael Jackson, ein junger Mann, der in einer Kunstausstellung sozusagen in Ekstase stirbt oder ein Papst Johannes Paul II. bzw. Mutter Teresa?

    Die Antworten werden unterschiedlich ausfallen, aber letztlich wird sich jeder der Frage nach dem Sinn SEINES LEBENS selbst stellen müssen, gerade auch mit Blick auf die Endlichkeit unseres Lebens: "Memento mori, also gedenke des Todes!"